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Ein Projekt für krebskranke Kinder und Jugendliche

Ich bin Stefan

Ich bin Stefan, bin 16 Jahre alt und an einem Hirntumor (Medulloblastom ) erkrankt.

Ich bin früher ganz normal zur Schule gegangen, gern Rad gefahren, baden gegangen und habe alles gern gemacht, was Jungen so tun. Mit 15 Jahren wurde alles anders.
Ich kann mich heute kaum noch so genau erinnern. Anfangs war mir morgens schlecht, nachmittags musste ich erbrechen. Später hatte ich auch noch Gleichgewichtsstörungen, die immer weiter zugenommen haben. Der Arzt hat  Migräne bei mir festgestellt. Mir ging es aber nicht besser. Der Arzt hat weiterhin nicht geglaubt, hat mich als Schulschwänzer und Simulant bezeichnet.

Als ich meinen Kopf nicht mehr bewegen konnte und Doppelbilder sah, hat der Arzt einen Drogentest mit mir gemacht. Auf die Frage meines Vaters nach einem MRT wurden wir angeschimpft und auf die Kosten hingewiesen. Dann verzog sich mein Gesicht wie bei einem Schlaganfall.

Jetzt ging alles ganz schnell. Mein Vater rief den Notarzt. Im Krankenhaus Merseburg wurde ein MRT gemacht, ich wurde nach Halle verlegt und operiert. Es wurde der Tumor teilweise entfernt und ein Ventil gelegt. Anschließend wurde ich in Krollwitz aufgenommen zur weiteren Behandlung. Ich habe eine Chemo (mit vielen Nebenwirkungen) erhalten und wurde bestrahlt.
Schon vor dem MRT habe ich vermutet, dass ich Krebs habe. Während den Behandlungen habe ich mir mehr Gedanken über den Tumor gemacht als über das Laufen oder dass sich meine Beine nicht so richtig bewegen lassen. Ich habe auch ans Sterben gedacht, als ich die Diagnose gehört hatte. Aber ich wollte mich nicht damit abfinden. Ich finde es ganz wichtig, sich niemals hängen zu lassen. Es geht doch immer weiter, man braucht einen starken Willen und es ist nicht einfach. Jetzt bin ich 16 Jahre, bekomme noch Erhaltungstherapie.
Mein Zukunftswunsch: keinen Rückfall zu bekommen.
Stefan, im Dezember 2005